Onpagefaktoren – Es gibt mehr als Keyworddichte!
Doch erkennt Google worum es auf einer Seite geht?
Zählt hier nur die Keyworddichte und die Qualität wird allein durch die bereits genannten Faktoren erkannt?
Keyworddichte allein zählt nicht!
Den „menschlichen“ Bewertungsfaktor für die Qualität von Texten hatten wir bereits über mehrere (unbewußte) Signale des Users an Google. Fühlt sich ein Besucher nicht gut mit einem Text informiert/unterhalten wird er diesen auch nicht lange konsumieren.
Doch auch technisch messbare Qualitätsfaktoren vermag Google zu messen. Einer davon wurde gerade erst indirekt von Google durch seinen neuen Dienst „Instant Preview“ demonstriert:
Onpage-Faktor 1 – Webdesign / Layout
Google vermag Quelltext zu interpretieren und kann beurteilen, ob es lange Fließtexte gibt, oder ob sie durch Absätze, Überschriften und Bilder (für den menschlichen) User aufgelockert sind. Dies wissen wir gewiss spätestens seit der Einführung von Google Instant Preview:

Google kann erkennen wo auf der Seite sich die gewünschte Information (die Suchphrase) befindet (weit oben auf der Website, in der Mitte, unten) – ganz unabhängig davon, ob der Text beispielsweise weit oben im Quelltext erscheint aber per CSS nach unten geschoben wird (weil der Text vielleicht nur für die Suchmaschine integriert wurde).
Die typischen „optimierten“ Webseiten, die viel Bild und Buttons im oberen Bereich der Website für eine bessere Conversionrate aufweisen und darunter ein langer für Google „optimierter“ Fließtext anschließt, sollten also spätestens nach diesem Signal „Instant Preview“ von Google (mit der Botschaft „Wir lesen nicht nur Quelltext – wir wissen auch wie er ausgeführt aussieht“) immer weniger das Bild des Internets prägen.
Wer wird sich über diese Wendung freuen? Der User, denn die Webseiten werden wieder ein Stück weit hochwertiger – es wird aufwendiger „billige“ SEO-Texte so zu positionieren, dass sie nur vom „User“ Google beachtet werden und weniger in den Fokus des menschlichen Users fallen.
Doch auch echte Textqualität kann ausgewertet werden:
Onpage-Faktor 2 – „echte“ Textqualität – wie hochwertig ist der Content geschrieben?
Auch in der Beurteilung des eigentlichen Textes lernt Google hinzu. Dass dies nicht utopisch ist und durchaus auch technisch bereits heute möglich ist sollen folgende „Punkte“ zeigen, die Sie schon jetzt als Qualitätsrichtlinien für die Beurteilung von Textqualität nutzen können:
So kann ein Algorithmus hochwertige von weniger hochwertigen Texten unterscheiden
Der bedachte (Nicht-SEO-)Autor
- vermeidet viele Wortwiederholungen
- hohe Keyworddichte findet man hier seltener
- selbst Wiederholungen von Worten, die nicht als Keyword dienen (Adjektive, Verben, …) sind seltener zu finden (<- der professionelle Texter hätte für „finden“ höchstwahrscheinlich ein anderes Wort gewählt, da in dem Punkt zuvor bereits „findet“ genutzt wurde)
Der professionelle (Nicht-SEO-)Texter wird versuchen
- „unwichtige“ Füllwörter zu vermeiden.
Diese sind oftmals Bestandteil des natürlichen Sprachgebrauchs und somit nicht selten auch in häufigem Einsatz bei Textern, die ihre Auftragstexte für wenige Cent pro Wort veräußern.
- Es finden sich gerade in sehr anspruchsvollen/wissenschaftlichen Texten verhältnismäßig öfter längere Worte (reine Durchschnittszahl an Buchstaben) als in weniger anspruchsvollen Texten.
Dies liegt an dem oftmals wissenschaftlicher gefärbten Formulierungen, die Anwendung finden. - Die Dichte an Worten, die von dem Computer einer bestimmten Thematik (oder sogar konkreten Themen) zugeordnet werden können steigt.
Thematisch unbedeutende Worte wie „höchstwahrscheinlich“, „gerade“ oder „sehr“ werden seltener genutzt.
Klaren Formulierungen und wenig ausgeschmückten Texten wird der Vorzug gegeben. - Trotz der wenig „farbigen“ Formulierungen neigen hochwertige (wissenschaftliche) Texte dazu mehr Worte pro Satzteil und mehr Satzteile pro Satz zu besitzen.
- Die Dichte an bedeutungstransportierenden Worten steigt.
- Die „Bedeutungsdichte“ innerhalb des Textes steigt ebenfalls.
Wird durch die höhere „Bedeutungsdichte“ des Textes nun die Suchmaschine nicht annehmen, es mit einem Spam-Text zu tun zu haben?
Nein – denn obwohl ein hochwertigerer Text deutlich mehr einzelnen Worten konkrete Bedeutungen zuordnen kann, werden sich einzelne Worte deutlich seltener wiederholen.
Die Keyworddichte ist wie bereits erwähnt geringer bis kaum sehr hoch. Tatsächlich liegt diese oftmals unter den von vielen SEOs empfohlenen 2-5%. (Meine persönliche Empfehlung lag und liegt bei 2-3%)
Doch wie kann nun die Suchmaschine erkennen für welche Begrifflichkeiten ein Text eine „echte“ Relevanz aufweisen kann, wenn die Keyworddichte nicht gegeben ist?
Onpage-Faktor 3 – Bedeutungsdichte
Die Suchmaschine weist soweit möglich jedem Wort ein Thema (oder mehrere Themen) zu. So kann über einen ähnlichen Algorithmus wie der der Keyworddichte-Ermittlung die Bedeutungsdichte ermittelt werden.
Die Thematik mit der höchsten Bedeutungsdichte bestimmt die „Farbe“ oder „Richtung“ des Textes. Nun bekommt jedes einzelne Wort und jede in diesem Text vorkommende Wortkombination, die der den Text bestimmenden Thematik zugewiesen werden kann eine höhe Relevanz als die anderen Begriffe und Phrasen.
Stimmen zudem ermittelte Thematik und Keywords/ Phrasen im Title des Dokumentes überein, so kann dieser Phrase auch ohne Keyworddichte eine hohe Relevanz bescheinigt werden.
Onpage-Faktor 3 – Semantik des Html-Codes
Wird der Text zudem per Html semantisch korrekt strukturiert (die Überschriften strukturieren den eigentlichen „Main-“Content der Seite und nicht dienen nicht der Strukturierung des Designs [Sidebars, …]), werden vielleicht noch Microformats eingesetzt um dem Bot bestimmte Inhalte noch genauer in Ihrer eigentlichen Bedeutung zu beschreiben (hcard, …), können diese Elemente von der Suchmaschine zur noch genaueren Gewichtung bestimmter wichtiger Phrasen oder einzelner Worte für das „Verständnis“ dieses Textes genutzt werden.
Ebenfalls über das Thema der Onpage-Optimierung geschrieben (wenn auch mit anderem Fokus) haben:
Onpage-Optimierung, Möglichkeiten und Grenzen
Unbewusste Suchmaschinenoptimierung
Über den Einsatz von Microformaten zur Content-Optimierung:
Microformate im Überblick
Mit Microformaten Personendaten kennzeichnen
Implementing hReview in WordPress Themes
Googlesuche nach Rezepten
Pie-Chart der “Keyword Themen” ist aus dem Keyword Rankings Tool SEO DIVER.